Wie bereitet man die biologische Kläranlage auf den Winter vor und was ist zu tun, wenn niemand im Haus wohnt?
Wenn das kalte Wetter naht, wird für die Eigentümer von Privathäusern und Sommerhäusern die Frage relevant: Wie wird sich der starke Frost auf die biologische Kläranlage auswirken?
Die biologische Anlage ist kein einfacher Tank – sie ist ein lebendes Ökosystem aus Mikroorganismen. Um im Winter keine unangenehmen Überraschungen zu erleben (eingefrorene Rohre, beschädigter Kompressor oder zerstörte Bakterien), lohnt es sich, rechtzeitig für die richtige Vorbereitung und den Betrieb zu sorgen.
1. Kann eine biologische Kläranlage im Winter einfrieren?
Kurze Antwort: Eine korrekt installierte und ständig genutzte Anlage friert in der Regel nicht ein.
Dafür gibt es zwei Hauptgründe:
- Biologische Prozesse: Belebtschlamm erzeugt bei der Abwasserreinigung Wärme.
- Warmes Abwasser: Bei regelmäßiger Nutzung der Dusche, Waschmaschine oder Geschirrspülmaschine fließt kontinuierlich warmes Wasser in die Tank.
Die wichtigsten Risiken des Einfrierens in der Praxis:
- Antagonismus oder falsche Neigung der Rohre: Der größte Teil des Einfrierens geschieht nicht im Tank selbst, sondern in den Einlass-/Auslassrohren. Wenn das Gefälle nicht genau ist (optimal 1,5-2 cm pro 1 Meter) oder sich das Rohr gesetzt hat, bildet sich darin eine Wassertasche, die bei -10°C schnell gefriert.
- Zu flache Anlage: Rohre werden ohne zusätzliche Wärmedämmung über dem Gefrierpunkt vergraben.
- Langer schneefreier Winter: Wenn die Lufttemperatur längere Zeit darunter liegt -20°C und keine Schneedecke.
- Das Haus ist nicht bewohnt: Der Zufluss von warmem Abwasser ist nicht vorgesehen.
Wichtiger Hinweis: Entfernen Sie niemals Schnee von der Decke und der Oberfläche der Kläranlage! Schnee wirkt als sehr wirksamer natürlicher Wärmeisolator.
2. Praktische Schritte, um das Gerät vor Frost zu isolieren
Vorbeugende Maßnahmen erfordern wenig Zeit, schützen aber vor teuren Reparaturen:
- Lukendeckel isolieren: Der Großteil der Wärme entweicht direkt durch den Deckel. Darunter empfiehlt sich eine Platte aus extrudiertem Polystyrolschaum (XPS / Styropor) oder ein individuelles Dämmelement.
- Überprüfen Sie die Luftzufuhr: Stellen Sie sicher, dass der Luftansaugpilz und die Öffnungen nicht mit Schnee bedeckt oder durch Blätter verstopft sind. Der Kompressor benötigt eine kostenlose Zufuhr von Sauerstoff.
- Heizkabel für kritische Phasen: Wenn das Rohr an einigen Stellen flach verlegt wird (z. B. beim Überqueren von Fundamenten), kann darauf ein selbstregulierendes Heizkabel mit Wärmeisolationsmantel installiert werden.
3. Was tun in Ferienhäusern oder Ferienhäusern im Winter?
Der Aktionsplan hängt direkt davon ab, wie oft das Haus in der kalten Jahreszeit besucht wird.
Szenario A: Sie bleiben nur im Urlaub im Haus
- Der Kompressor DARF NICHT ausgeschaltet werden. Die Luftzufuhr muss kontinuierlich funktionieren, denn sprudelndes, bewegtes Wasser gefriert nicht und hält auch Bakterien am Leben.
- Stromverbrauch: Moderne Kompressoren verbrauchen durchschnittlich 40-70 W (ca. 4-8 € pro Monat), was viel günstiger ist als das Züchten neuer Bakterien und das Ersetzen beschädigter Knoten.
- Isolierung des Deckels: In diesem Modus obligatorisch, da an Werktagen keine Warmwasserversorgung erfolgt.
Szenario B: Das Haus bleibt für 3-6 Monate vollständig erhalten
Wenn das Gebäude im Winter generell nicht genutzt wird, muss das System dies tun Seien Sie richtig auf Ausfallzeiten vorbereitet:
- Lassen Sie den Tank NIEMALS leer! Ein leerer Tank kann sich im Winter oder Frühjahr aufgrund des Bodendrucks und des hohen Grundwasserspiegels verformen oder buchstäblich aus dem Boden „gequetscht“ werden.
- Überschüssigen Schlamm absaugen: Rufen Sie vor Ende der Saison das Abwasserunternehmen an, stellen Sie jedoch sicher, dass sich nach der Wartung bei den erforderlichen Arbeiten Wasser im Tank befindet Füllstand.
- Kompressor ausschalten und abkühlen lassen: Es empfiehlt sich, den Kompressor und die Elektronik zu demontieren und in einen trockenen, warmen Raum zu stellen, um die Membranen und den Motor vor Kondenswasser und Frost zu schützen.
- Eiskompensatoren einsetzen: In die Tankkammern können einige 1,5-2 Liter Plastikflaschen, die zur Hälfte mit Sand gefüllt sind, getaucht werden. Wenn die Oberfläche gefriert, drückt das Eis auf die Flaschen und nicht auf das Gehäuse der Maschine.
4. Wie erhält man die Lebensfähigkeit von Bakterien ohne Abwasser?
Biologische pflanzliche Mikroorganismen benötigen zwei grundlegende Dinge: Sauerstoff und biologische Nahrung.
- Abwesenheit bis zu 2-3 Wochen: Bakterien gehen erfolgreich in den „Schlafmodus“. Nach der Rückkehr ist es innerhalb weniger Tage wieder voll funktionsfähig.
- Abwesenheit für 1-2 Monate (Kompressor eingeschaltet): Um zu verhindern, dass Bakterien aufgrund von Nahrungsmangel absterben, können Sie vor der Abwesenheit (oder wenn Sie sie einmal im Monat einem Nachbarn/Freund anvertrauen) 1-2 Liter Kefir, Buttermilch oder aufgelöste Trockenhefe mit etwas Zucker in die Toilettenschüssel gießen. Diese organische Substanz dient als Nahrungsquelle.
- Nach der vollständigen Überwinterung (im Frühjahr).
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